Katholische Kirche „St. Valentinus” in Motzlar
Äußere und Innere Instandsetzung verbunden der Neugestaltung des Altarraumes und der Renovierung der Orgel.
Der bedeutendste Kirchenbau des Historismus ist im Geisaer Land die Filialkirche St. Valentinus in Motzlar. Gebaut in den Jahren 1908/09 nach den Plänen des Fuldaer Architekten Fritz Adam, bindet sie auf ihrer Ostseite einen markanten, mittelalterlichen Turm ein, der noch mit Drei- und Vierpass geschmückten Fenster, Schießscharten und zwei alte Reliefköpfe enthält. Besonders interessant ist die kleine runde Sonnenuhr. Die letzte Renovierung führte die Malerfirma Norbert Schiffhauer 1968 durch.
Bauliche Situation / Sanierung
Die starken Oberflächenverschmutzungen, die feinen Haarrisse an den Wänden und die bereits im Sockelbereich sich zeigenden Diffusionsschäden machten eine Sanierung der katholischen Kirche in Motzlar unabdingbar. Es wurde der Dispersionsanstrich im Chorraum und der Leimfarbenanstrich im Kirchenschiff abgenommen und die Wand und Gewölbeflächen im Kalksystem farblich behandeln.
Die statischen Risse im Deckengewölbe entstanden durch die Schwäche des Dachtragwerkes und den Gründungsverhältnissen auf setzungsempfindlichem Baugrund. In den Jahren 2001 und 2002 wurden Messungen durch das Büro Trabert und Partner aus Geisa vorgenommen mit dem Ergebnis, dass Temperatureinflüsse, gepaart mit den konstruktiven Unzulänglichkeiten, zu den Schadensbildern geführt haben. Durch Nutzung der Dachscheibe und Umlagerung der Vertikalkräfte auf die Giebelwände und der Horizontalkräfte auf kräftige Zugbänder wurde diese Schwäche kompensiert. Die Risssanierung wurde von der Fa. Dynopax GmbH aus Weimar-Legefeld ausgeführt.
Grundgedanke der Kirchengemeinde Motzlar und der fachlich beteiligten Institutionen war, das Farbkonzept der jüngsten Ausmalung der Raumschale beizubehalten. Die wertvolle Ausstattung, wie die Seitenaltäre, bedarf einer kostenintensiven Restaurierung und wurde bis auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Im Jahr 2000 wurde die Instandsetzung der drei figürlich gestalteten Chorraumfenster vorgenommen. Die Restaurierung der Langhausfenster erfolgte bereits 1995.
Mit der Behandlung des Turmfensters sowie die Überarbeitung der Bleifelder der Fenster unter der Empore und die Schlitzfenster über dem Hauptportal fand die Fenstersanierung im Jahre 2003 ihren Abschluss.
Das Kirchengebäude der katholischen Kirche Motzlar hat eine Raumheizung bekommen. Bei der Wahl des Heizsystems hat man bauphysikalische Aspekte berücksichtigt und sich für eine WW-Warmluftheizung mit dezentralen Wärmestationen entschieden. Mit dieser Anlage ist es möglich, kontinuierlich eine Grundtemperierung des Kirchenraumes zu halten. Die erforderliche Aufheizzeit errechnet die Regelanlage selbständig und schaltet die Heizungsanlage rechtzeitig ein. Damit ist ein wirtschaftlicher Heizbetrieb sichergestellt und zudem der größtmöglichste Schutz für die Kircheneinrichtung gewährleistet.
